Bizarres

"Bundesverband junger Autoren" (BVjA) e.V. täuscht Autorenverbände, Vereinsaufsicht und Finanzamt

 

Über Machenschaften eines Pseudo-Verbandes unter Thomas Stichtenoth, Vereinsregister Bonn 5919

Der in der Öffentlichkeit kürzlich medienwirksam mit einem Skandal aufgetretene Bundesverband junger Autoren BVjA e.V. hatte durch Täuschungen eine Reihe namhafter Autorenverbände dazu verleitet, gegen die Teilbranche im Buchverlagswesen ein "Aktionsbündnis" zu verkünden, die Autoren mit der Heraugabe ihres Buches beauftragen kann (sog. Dienstleisterverlage). Diese uralte Praxis - Goethe, Schiller, Herman Melville, André Guide, Klaus Mann, Max Frisch und viele andere praktizierten sie - verstoße nämlich neuerdings gegen die tarifartigen Richtlinien, die die Gewerkschaft als Maßstäbe für die Autoren-Verlagsbeziehung formuliert hat. Die Verbände, die sich damit den Vorwurf zuziehen, sie wollten das Heraufkommen neuer, noch nicht etablierter Schriftstellerkonkurrenz ausbremsen, wurden nun von eben jenem BVjA angeleitet, der, Insiderberichten zufolge, ganz andere Interessen verfolgt.

Thomas Stichtenoth dominiert seit 20 Jahren den Vorstand

Der hiesigen Redaktion liegen Hintergrundberichte darüber vor, daß der BVjA möglicherweise von Beginn an (seit 1987), von einer einzelnen Person, dem "Geschäftsführer" Thomas Stichtenoth, dominiert und manipuliert wird. Tatsächlich gibt es die Satzung (www.bvja-online.de) dem Geschäftsführer, der neben dem Vorstand agiert, die Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben des gesamten Verbandes. Ohne Zustimmung von Thomas Stichtenoth, der wohl seit 20 Jahren die "Geschäftsführung" innehat, ist der Verband praktisch handlungsunfähig.

Warum aber wird eine solche graue Eminenz von wechselnden Vorständen geduldet? Die Antwort ist einfach. Thomas Stichtenoth spricht junge, unerfahrene Hobbyauthoren an, ob sie nicht, höchst ehrenvoll, in den Vorstand eines Bundesverbandes berufen werden wollten? Die jungen Vorstände - es sind wohl die wenigen wirklich "jungen Autoren" des Verbandes, dessen Mitglieder meist über 40 Jahre alt sein sollen - sind dem Geschäftsführer dadurch natürlich soweit verpflichtet, daß eine vor wenigen Wochen straff abgehaltene Mitgliederversammlung mit nur weniger als einem halben Dutzend Verschworener auskommen konnte.

Junge Vorstandsmitglieder, die bekennen, "niemals agiert" zu haben

Hinter vorgehaltener Hand ist zu erfahren, daß der BVjA von 700 Mitgliedern tatsächlich auf 300 geschrumpft ist. Berechnet man einige Dutzende Austritte, die zu Ende Juni wirksam werden, und die "Karteileichen" mental bereits ausgeschiedener Noch-Mitglieder, dann minimiert der "Bundesverband" auf eine noch immer nicht manipulierbare Größe. Es bestehen im Hinblick auf eine Mitgliederversammlung mit potenziell 300 Teilnehmern, tatsächlich aber nur 4 anwesenden Mitgliedern deshalb Zweifel, ob zur Versammlung überhaupt richtig eingeladen wurde. Hieran hängt, bekanntlich, ob eine Mitgliederversammlung rechtlich wirksame Beschlüsse fassen kann - war die Versammlung nicht fähig, rechtlich wirksame Beschlüsse zu fassen, ist weder der alte Vorstand entlastet, noch ein neuer Vorstand installiert. Da Rücktrittserklärungen der Exvorstände Alexander Brehm und Sandra Honnef vorliegen, verfügte der BVjA seit Monaten nicht mehr über einen Vorstand. Ja, die bereits seit einem Jahr ausgeschiedene Pressesprecherin Honnef wurde auf der Homepage des Verbandes dauerhaft als Vorstand weitergeführt – ein Geistervorstand, der jetzt schriftlich zu Protokoll gab, er (sie) habe "niemals für den Verband agiert". Für Pseudovorstände und virtuelle Mitgliederversammlungen dürfte sich die Vereinsaufsicht interessieren.

Mitglieder vermuten versuchte Unterschlagung von Mitgliedsbeiträgen

DWer nun aber glaubt, dies sei alles eine Art Kinderspiel oder die exzentrische Inszenierung eines Thomas Stichtenoth, der irrt. Der BVjA verfolgt seit 1998 einen besonderen Zweck. In der damaligen "Mitgliederversammlung" soll der Geschäftsführer den Beschluß durchgesetzt haben, daß der Verband, wenn einmal die Dienstleisterverlage diskreditiert und ruiniert seien, selbst das Geschäft übernehmen soll. Der Bundesverband junger Autoren solle dann, nicht ganz ohne Logik, "den" Verlag für junge Autoren betreiben.Welche Rolle Thomas Stichtenoth sich selbst dabei zugedacht hat, kann man sich denken, wenn Mitglieder berichten, daß er in den vergangenen Jahren einen hohen fünfstelligen Betrag aus Mitgliedsbeiträgen generiert und beiseite gestellt haben soll (unter Mitgliedern ist das Stichwort „versuchte Unterschlagung“ zu hören). Für den etwaigen Mißbrauch der Paragraphen der Abgabenordnung, die die Gemeinnützigkeit und die steuerliche Vorzugsstellung des Verbandes regeln, dürfte sich das Finanzamt bzw. die Steuerfahndung interessieren.

Mitgliederversammlung im Wohnzimmer: Wahl von Vorstandsmitgliedern, die nicht anwesend sind und nicht kandidiert haben

Damit nicht genug. Da im April durch die Aussage von Sandra Honnef in die Öffentlichkeit gedrungen war, daß der BVjA seit mindestens einem Jahr nicht mehr über einen vollständigen Vorstand verfügte, wurde die erwähnte ominöse Mitgliederversammlung im Wohnzimmer von Thomas Stichtenoth und Tatjana Flade abgehalten – es wurden Vorstände gewählt, die weder persönlich zugegen gewesen noch ihre Kandidatur erklärt haben sollen (Christine Langer, Tobias Kiwitt). Dies wäre Betrug an den Mitgliedern, mit dem Ziel, die Steuerprivilegierung der Gemeinnützigkeit durch Täuschung aufrechtzuerhalten und folglich Steuern zu verkürzen. Darüberhinaus könnten sich Hinweise für gemeinschaftlich begangenen, organisierten Betrug ergeben, wofür sich die Staatsanwaltschaft interessieren wird.

Neue Vorsitzende Carolin Hafen übernimmt Verantwortung im Pseudo-Vorstand

Ob die neue Vorsitzende, die Hobbydichterin Carolin Hafen, weiß, worauf sie sich mit ihrer Wahl an die Spitze der Stichtenoth-Einrichtung eingelassen hat? Alexander Brehm, der letzte Vorstandssprecher, konnte seine Arbeitsstelle nur behalten, weil er seinem Arbeitgeber die sofortige Entlassung seines BVjA-Amtes nachwies. Brehm, der auf Stichtenoth vertraute und unter jenen eingangs erwähnten Presseskandal seinen Namen setzte, ist seither im Internet wegen journalistischen Betruges in der Diskussion, ein nicht verschwindender Makel, der sich im Berufsleben des jungen Mannes vermutlich noch bitter rächen wird (Brehm erstattete hilfloserweise Anzeige wegen übler Nachrede; die Presseberichte über sein Tun sind damit aber schwerlich aus der Welt zu schaffen, das ja immerhin die Diskreditierung und Vernichtung der Buchverlage für neue Autoren und der dortigen Arbeitsplätze bezweckte.)

Ob Thomas Stichtenoth, der sich dem Vernehmen nach auch Sorgen darüber macht, daß die Umstände geprüft werden könnten, unter denen sein akademischer Abschluß nach 20 Semestern im Rahmen einer Wiederholungsprüfung zu Stande gekommen ist, weiterhin junge, unbefangene Hobbyschriftsteller findet, die sich für den Vorstand des „Bundesverbandes junger Autoren“ gebrauchen lassen, wird sicher davon abhängen, ob der Verband, der die genannten Buchverlage planvoll ruinieren wollte, nun selbst die nächsten Monate überleben ird. Dies wiederum wird davon abhängen, ob es zu rechtlichen Verfahren kommen wird, die Thomas Stichtenoth bereits selbst angestoßen haben soll, und die zur Folge haben können, daß die Beteiligten, neue und alte Vorstände sowie die Mitglieder über das Zustandekommen von Mitgliederversammlungen und etwaigen falsche Anmeldungen zum Veriensregister, polizeilich vernommen werden.

"Bundesverband junger Autoren" e.V. kann keine Verantwortlichen mehr benennen

Ob die übrigen Verbände, die nun guten Glaubens mit ihrem Aktionsbündnis gegen die Verlage der neuen Autoren zu Felde ziehen, auch nur ahnen, wessen Interessen sie wirklich bedienen? Auch dies dürfte zu bezweifeln sein – auf der Homepage der BVjA ist jetzt gar kein Vorstand mehr genannt, ja selbst im Impressum fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Angabe eines Verantwortlichen.

Dr. v. Hänsel-Hohenhausen

 

Die Redaktion dankt den Mitgliedern des BVjA für die Zurverfügungstellung von Informationen. Die Redaktion ist an weiteren Informationen und Dokumenten (Einladung zur Mitgliederversammlung, Protokolle etc.) interessiert und bittet um Einsendung. Diese können anonym zur Verfügung gestellt werden.